Nomen est omen

Dieser Spruch trifft auch auf Blumen zu, deren Name den Nagel auf den Kopf trifft!

Beispiele gefällig? Bitte sehr . . .

echium.plantagineum

Wegerichblättriger Natternkopf (Echium plantagineum):

Aus der Blütenkrone ragen zwei Staubblätter. Erinnert das nicht an das züngelnde Maul einer Schlange? Allerdings fehlt einer Schlange wohl diese auffällige Behaarung! Anders als ihr heimischer Verwandter, der Gewöhnliche Natternkopf, ist der Wegerichblättrige Natternkopf eine Zierpflanze, die über Blumensamenmischungen zu uns kam und ab und zu auswildert.

 

cardamine.enn.eaphyllos

Auf kaum eine andere Pflanze trifft ihr Name so gut zu: Die Neunblättrige Zahnwurz (Cardamine enneaphyllos) hat drei dreiteilige Blätter. Die Wurzel schaut aus wie von Zahnschmelz überzogen. Das Bild oben zeigt den Fruchtstand, die Pflanze blüht im zeitigen Frühjahr, wenn im Wald die Bäume noch keine Blätter tragen.

 

paris.quadrifolia

Auf den Namen kann man sich verlassen: Die Einbeere (Paris quadrifolia) bildet wirklich nur eine einzige Beere aus. Essen empfiehlt sich nicht, denn sie enthält das giftige Saponin Paridin. Der lateinische Artname weist auf die Vierzahl der Blätter hin, obwohl ich schon ab und zu eine Fünfblattbeere finde und einmal sogar eine mit 6 Blättern angetroffen habe. Der Gattungsname nimmt Bezug auf Paris, den Sohn des trojanischen Königs Priamos. Hera soll der Sage nach Paris als Vergeltung dafür, dass er Aphrodite und nicht sie zur Schönsten im Olymp erwählte, in diese Pflanze verwandelt haben. Aber das ist eine andere Geschichte . . .

 

galeopsis.speciosa

Bunter Hohlzahn (Galeopsis speciosa) nennt sich diese attraktive Blume, die an eine Orchidee erinnert, aber zur Familie der Lippenblütler gerechnet wird. Die beiden „Zähne“ am Schlundeingang sind Ausstülpungen der Unterlippe und somit tatsächlich hohl. Anzutreffen ist der Bunte Hohlzahn an Waldschlägen und Gebüschrändern.

 

silene.viscaria

Es ist nicht zu übersehen: Unterhalb der Blütenansätze ist die Pechnelke (Silene viscaria) nicht nur „pechschwarz“, sondern vor allem klebrig, sehr klebrig. Damit hält sich das Nelkengewächs allerlei Ungeziefer vom Leib. Wer es nicht wahrhaben will und stur versuchen sollte hochzuklettern, hat bildlich gesprochen eben „Pech gehabt“.

 

lilium.bulbiferum

Wo sie gehäuft auftritt, scheint die Wiese zu brennen: Wie kleine Flammen lodern die Blüten der Feuerlilie (Lilium bulbiferum) auf und lenken die Blicke das Wanderers magisch auf sich. Fotografiert am Monte Bondone, dem Hausberg von Trient in Südtirol.

 

symphytum.officinalis

Bei dieser Pflanze beschreibt der Name nicht das Aussehen, sondern die Heilwirkung: In der deutschen Bezeichnung Beinwell (Symphytum officinale) steckt „wallen“ bzw. „wellen“, damit meinte man früher „heilen, zussammenwachsen“. Der griechische Gattungsname „Symphytum“ sagt dasselbe aus. Seit Jahrhunderten schätzt man seine heilende Wirkung bei Knochen- und Muskelverletzungen, was vor allem dem Inhaltsstoff Allantoin zugeschrieben wird. Unwillkürlich fällt mir bei seinem Anblick der zweite Merseburger Zauberspruch ein, der da heißt: „ben zi bena, blout zi blouda, lid zi geliden, sose gelimida sin“ (Knochen zu Knochen, Blut zu Blut, Glied zu Glied! So seien sie zusammengefügt!“ ( übers. nach W. Beck, 2003)

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