Portrait des Monats

September: Schwalbenwurz-Enzian

Wenn der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) seine azurblauen Blütenglocken öffnet, dann habe ich die Gewissheit, dass der Herbst vor der Tür steht.

Das Bild ist nicht etwa „umgefallen“.  Die langen Stängel neigen sich unter der Last der Blüten und Blätter talwärts. Sowohl die paarig angeordneten Blätter wie auch die achselbürtigen Blütenpaare richten sich der Not gehorchend in eine Richtung aus – der Sonne entgegen.

Die Ähnlichkeit der Blätter und ihrer Stellung mit der eigentlichen Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria) hat ihm seinen deutschen Namen eingebracht. Trotzdem ist der Schwalbenwurz-Enzian mit seinem Namensvetter in keiner Weise verwandt. Dafür könnte man eine einzelne Blüte glatt mit der des Kalk-Glockenenzians (Gentiana clusii) verwechseln.

Schwalbenwurz-Enzian
Kalk-Glockenenzian, oft fälschlich als Stängelloser E. bezeichnet

Aber weder der Schwalbenwurz-Enzian noch der Kalk-Glocken-Enzian haben etwas mit dem berühmten Enzianschnaps am Hut, dafür verwendet man die oft armdicken Wurzeln des Gelben Enzians (Gentiana lutea):

Sowohl der lateinische Gattungsname wie auch sein deutscher Name leiten sich möglicherweise vom Illyrerkönig Genthios (180-168 v.Chr.) ab, der die Heilwirkung der Pflanze entdeckt haben soll.

Auch der Fransen-Enzian (Gentianopsis ciliata) ist ein verlässlicher „Herbstbote“:

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