Portrait des Monats • Portrait of the month

Februar: Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)February: snowdrops (Galanthus nivalis)

Der botanische Gattungsname „Galanthus“ setzt sich zusammen aus „gala“ (griech: Milch) und „anthos“ (=Blume, Blüte), der Artname „nivalis“ ist abgeleitet von „nix, nivis“ (lat: Schnee). Der allbekannte Frühlingsbote gehört zur Familie der Amaryllisgewächse.

The botanical genus name „Galanthus“ is made up of „gala“ (Greek: milk) and „anthos“ (= flower, blossom), the species name „nivalis“ is derived from „nix, nivis“ (lat: snow). The well-known herald of spring belongs to the family „Amaryllidaceae“.

Zwei Hochblätter – miteinander durch eine Haut verbunden – bilden eine Blattscheide, aus der die Blüte herauswächst. Sie neigt sich – wie es sich für eine Glocke gehört – alsbald nach unten.

Two bracts – connected to one another by a skin – form a leaf sheath from which the flower grows. As befits a bell, it soon bends downwards.

Die Glocke weist zwei Blattkreise auf: die äußeren Kelchblätter bilden den Außenkelch, die grün gefleckten Kronblätter den Innenkelch. Die grünen Flecken dienen den Insekten als Wegweiser.

The bell has two leaf circles: the sepals form the outer calyx, the green spotted petals the inner calyx. The green spots serve as signposts for the insects.

Ein Blick ins Innere verrät, wie die Bestäubung funktioniert: Die Staubblätter bilden einen so genannten Streukegel. Erschüttert eine Biene bei der Landung die Blüte und berührt die Fortsätze der Staubblätter, rieselt nach dem Prinzip einer Streudose Blütenstaub auf den Besucher nieder. Bei der nächsten Blüte wird der Pollen an der herausragenden Narbe abgstreift.

A look inside reveals how pollination works: The stamens look like as a scattering cone. If a bee shakes the flower on landing and touches the extensions of the stamens, pollen trickles down on the visitor like a shaker. During the next flowering, pollen is removed from the protruding stigma.

Jänner 2021: Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) • January 2021: Winter-flowering Jasmine

Die Klima-Erwärmung macht es möglich: Der Winterjasmin öffnet seine Blüten schon im Dezember und blüht durch bis in den April. Die Blütezeit dauert also mehrere Monate. Die langen, grünen Äste sind vierkantig und erwecken den Eindruck eines wintergrünen Strauches. (s.u.). Die Blätter erscheinen erst viel später im Frühsommer.

The warming of the climate makes it possible: the Winter-flowerung Jasmine opens its flowers in December and continues to bloom into April. So the flowering period lasts for several months. The long, green branches are square and give the impression of an evergreen shrub. (see below). The leaves appear much later in early summer.

Geriefter Abschnitt eines Zweiges

Die Blüten sind fünf- bis sechszählig und erinnern im Aussehen an jene von der Forsythie (Forsythia intermedia. Diese sind jedoch obligat vierzählig). Sie können bei strengem Frost erfieren, werden aber gleich darauf durch neue ersetzt. Im Gegensatz zum echten Jasmin verströmen sie keinen Duft.

The flowers are five to six-fold and are reminiscent of those of Forsythia (Forsythia intermedia. These are, however, obligate four-fold). They can freeze in a severe frost, but are immediately replaced by new ones. In contrast to real jasmine, they do not give off any fragrance.

In sehr kalten Nächten fallen die Blüten leicht dem Frost zum Opfer, für den Strauch aber kein Problem, denn für Nachschub ist gesorgt.

On very cold nights, the flowers easily fall victim to frost, but no problem for the shrub, because supplies are provided.

Dezember: Weihnachtskaktus (Schlumbergera x buckleyi) • December: Christmas cactus

Warum ich bei diesem Anblick an Sekt denken muss? Nun, der wissenschaftliche Gattungsname von diesem Kaktus lautet Schlumbergera! Den Namen hat er aber nicht davon, sondern von F. Schlumberger, einem fränzösischen Kakteenliebhaber des 19.  Jahrhunderts.

Einem Engländer hingegen verdankt er seinen Artnamen: W.T. Buckley. Nach ihm ist diese Kreuzung  (x!) aus S. truncata und S. russeliana benannt.

Why do I have to think of champagne at this sight? Well, the genus scientific name of this cactus is Schlumbergera! But it doesn’t get its name from that, but from F. Schlumberger, a French cactus lover of the 19th century.
However, it owes its species name to an Englishman: W.T. Buckley. The hybrid (x!) from S. truncata and S. russeliana is named after him.

Der Name Weihnachtskaktus bezieht sich auf die Blütezeit, die Bezeichnung Gliederkaktus ganz offensichtlich auf  sein Aussehen.  Was aussieht wie Blätter,  sind in Wirklichkeit Sproßglieder. Stecklinge aus 3-4 Gliedern dienen der vegetativen Vermehrung.

The name Christmas cactus refers to the flowering time, the term limb cactus obviously refers to its appearance. What looks like leaves are really limbs. Cuttings from 3-4 limbs are used for vegetative propagation.

Die attraktive Blüte ist zygomorph  (was man am besten mit „spiegelsymmetrisch“ erklärt). Die Anordnung von Staubblättern und Griffel deutet darauf hin, dass die Blüten von Kolobris bestäubt werden. (Die Heimat der Stammformen ist Süd-Amerika)

The attractive flower is zygomorphic (which can best be explained as „mirror symmetrical“). The arrangement of stamens and stylus suggests that the flowers are pollinated by Kolobris.(The home of the ancestral forms is South America)

November: Chrysantheme (Chrysanthemum x hortorum) • November: Chrysanthemum

Wenn die meisten anderen Gartenblumen verwelkt sind, haben die Chrysanthemen ihren großen Auftritt. Der Gattungsname ist griechisch und bedeutet „Goldblume“ (chrysos = Gold, anthemos = Blume), aber eigentlich gibt es sie in fast allen Farben. Die verschiedenen Zuchtformen sind für den Laien nicht mehr benennbar.

When most of the other garden flowers have wilted, the chrysanthemums make their grand entrance. The generic name is Greek and means „gold flower“ (chrysos = gold, anthemos = flower), but actually they come in almost all colors. The various cultivated forms can no longer be named for the layperson.

Chrysanthemen zählen zu der weltweit größten Pflanzenfamilie der Korbblütler: Viele unscheinbare, fruchtbare Röhrenblüten bilden einen Blütenstand, den „Korb“. Die auffälligen, unfruchtbaren Zungenblüten am Rand des Korbes dienen der Anlockung von Bestäubern.

Chrysanthemums are one of the world’s largest family of daisy plants: many inconspicuous, fertile tubular flowers form an inflorescence, the „basket“. The conspicuous, sterile ray florets on the edge of the basket are used to attract pollinators.

Und die lassen nicht lange auf sich warten. An sonnigen Tagen herrscht ein reges Treiben auf den Tellerblüten, am häufigsten stellen sich „Mistbienen“ ein. Sie sehen Honigbienen sehr ähnlich, sind in Wahrheit aber Schwebfliegen. Durch diese Täuschung, die man als Mimikry bezeichnet, genießen sie einen unverdienten Ruf als wehrhafte Insekten.

And they won’t be long in coming. On sunny days there is a hustle and bustle on the plate flowers, most often „bastard bees“ appear. They look very much like honeybees, but they are actually hoverflies. Through this deception, which is known as mimicry, they enjoy an undeserved reputation as defensive insects.

links: Mistbiene (Eristalis tenax), rechts: Honigbiene (Apis melifera)

Dem aufmerksamen Betrachter fallen aber die Unterschiede sofort auf: zwei statt vier Flügel, ein Stempelrüssel und ein winziges Fühlerpaar.

The attentive observer immediately notices the differences: two instead of four wings, a pistil trunk and a tiny pair of antennae.

Oktober: Schlehe (Prunus spinosa) • October: Blackthorn

Namen wie Schleh(en)dorn, Heckendorn und Schwarzdorn verraten seine charakteristische Eigenart: Die zu Dornen (im Bild li.u.) umgewandelten Kurztriebe stehen im rechten Winkel vom Ast ab. Zusammen mit Weißdorn und Heckenrose schützte eine solche Hecke seit urdenklichen Zeiten Hof (Hag) und Vieh sowohl vor Raubtieren wie auch vor däminische Wesen. (Hexe kommt von Heckse!) Der Name Schlehe geht zurück auf das indo-europäische Wort „sli“ für „blau“. Der lateinische Artname „spinosa“ bedeutet „stachelig, dornig“. Mit „Prunus“ (lat.) ist eine Pflaume gemeint.

Names such as „hedge thorn“ and „black thorn“ reveal its characteristic peculiarity: the short shoots, which have been converted into thorns, protrude at right angles from the branch. Together with midland-hawthorn and dog-rose, such a hedge has protected the farm and cattle from predators as well as deminic beings since time immemorial. The name „Schlehe“ goes back to the Indo-European word „sli“ for „blue“. The Latin name of the species „spinosa“ means „prickly, thorny“. „Prunus“ (Latin) means a plum.

Die enge Verwandtschaft mit der Pfaume (P. domestica) zeigen die zahlreichen schneeweißen Blüten, die vor den Blättern erscheinen.

The close relationship with the plum (P. domestica) is shown by the numerous snow-white flowers that appear in front of the leaves.

Die kugeligen „Pflaumen“ sind erst genießbar, wenn der erste Frost die darin enthaltenen Gerbstoffe abbaut. Sie dienen zahlreichen Vögel als Winterfutter. Die Dornen dagegen nützt der Neuntöter, um daran Beutetiere als als Vorratslager aufzuspießen.

The spherical „plums“ are only edible when the first frost reduces the tannins they contain. They serve as winter food for numerous birds. The red-backed killer uses the thorns to spear prey as a storage facility.

September: Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadaea) Willow Gentian

Wenn der Schwalbenwurz-Enzian seine Blüten öffnet, weiß ich, dass der Herbst den Sommer ablöst. Seine späte Blütezeit hat ihm sogar den Namen Hirschbrunft-Enzian eingetragen.

When the willow gentian gentian opens the flowers, I know that autumn takes over from summer.

Seinen deutschen Namen verdankt er der Ähnlichkeit seiner Blätter mit denen der Schwalbenwurz (Vincetoxicum hirundinaria), die jedoch einer völlig anderen Familie angehört: Asclepiadaceae. Ich habe mich daraufhin gefragt, woher die Schwalbenwurz ihren Namen hat. Angeblich gleichen deren Samen im Flug einer Schwalbe (siehe Bild unten).

It owes its German name to the similarity of its leaves to those of the White Swallowwort (Vincetoxicum hirundinaria), which, however, belongs to a completely different family: Asclepiadaceae. I then asked myself where the swallowwort got its name from. Allegedly, their seeds resemble a swallow in flight (see picture below).

Die Zughörigkeit des Schwalbenwurz-Enzians zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae) ist nicht zu übersehen. Als Bestäuber stellen sich Bienen und Hummeln ein, die am Blütengrund nach Nektar suchen.

The fact that the Willow Gentian belongs to the gentian family (Gentianaceae) cannot be overlooked. Bees and bumblebees appear as pollinators, searching for nectar at the base of the flowers.

August: Tagblume (Commelina communis) • Asiatic Dayflower

Steht zur Zeit in Vollblüte: die Tagblume. Wie und wann sie sich in unseren Garten verirrte – wir wissen es nicht. Die Blüten sind zwar zahlreich, aber kurzlebig. Diesem Umstand verdankt sie wohl ihren deutschen Namen.

Currently in full bloom: the Asiatic Dayflower. How and when she got lost in our garden – we don’t know. The flowers are numerous, but short-lived. It is due to this fact that it owes its German name.

Die Gattung selbst – Commelina – ist nach zwei holländischen Botanikern, Jan und Kaspar Commelin (17. Jahrhundert), benannt. Es waren drei Brüder, einer starb früh, die Blütenkronblätter symbolisieren die drei Brüder, bei C. communis ist eines der drei Kronblätter klein und verkümmert. Mehrere Blüten entspringen einem zu einer Spatha gefalteten Hochblatt.

The genus itself – Commelina – is named after two Dutch botanists, Jan and Kaspar Commelin (17th century). There were three brothers, one died early, the petals symbolize the three brothers, in C. communis one of the three petals is small and stunted. Several flowers arise from a bract folded into a spathe.

Die Blüten sind zwar klein, fallen aber trotzdem auf. Aus dem satten Hintergrundblau der beiden Kronblätter sticht das grelle Gelb der drei Staubblätterattrappen kontrastreich hervor.

The flowers are small, but still stand out. The bright yellow of the three stamen dummies stands out in contrast to the rich background blue of the two petals.

Richtig gelesen! Es ist tatsächlich ein raffiniertes Täuschmanöver: Drei der sechs Staubblätter sind unfruchtbar und dienen einzig und allein der Anlockung von Bestäubern. Die anderen drei fertilen Staubblätter sind unauffällig nach vorne gerichtet (eines ist bereits entleert und unterstützt die Attrappen) und entladen ihren Pollen am Bauch anfliegender Insekten., dieser wird dann von den Narben anderer Blüten ebendort abgestreift.

Correctly read! It is actually a clever deception: three of the six stamens are sterile and only serve to attract pollinators. The other three fertile stamens are directed inconspicuously to the front (one has already been emptied and supports the dummies) and unloads their pollen from insects flying towards the belly, which is then stripped off by the stigmas of other flowers.

Juli • July: Ungarischer Akanthus (Acanthus hungaricus)

Einen imposanten Blickfang bietet der Akanthus als freistehende Gruppe im Garten. Fast mannshoch werden die Blütenkerzen. Sogar jede Blüte wirkt für sich allein überdimenioniert.

As a free-standing group in the garden, the acanthus offers an impressive eye-catcher. The flower candles become almost as tall as a man. Even every flower looks overdimensioned by itself.

Die indogermanische Silbe „-ak-“ bedeutet scharf, spitz; anthos (griech.) steht für Blüte, Blume, aber auch für Kraut bzw. für die ganze Pflanze. Die Dornen der Tragblätter machen diesem Namen alle Ehre. Zwei seitliche Kelchblätter bleiben klein, oberes und unteres hingegen bilden eine Art Entenschnabel, aus dem die Unterlippe des Kronblattes wie eine Zunge herausragt.

The Indo-European syllable „-ak-“ means sharp, pointed; anthos (Greek) stands for blossom, flower, but also for herbs or for the whole plant. The thorns of the bracts live up to this name. Two lateral sepals remain small, the upper and lower, on the other hand, form a kind of duck bill, from which the lower lip of the petal protrudes like a tongue.

Zwischen Lippe und oberem Kelchblatt finden sich vier eigenartig gestaltete Staubblätter mit auffälliger Behaarung. Rechts im Bild ist das Fruchtblatt.

Between the lip and the upper sepals there are four peculiarly designed stamens with striking hair. On the right in the picture is the carpel.

Nur starke Hummeln und die robusten Holzbienen (s. Abb.u.) können sich in die Blüte zwängen, um die Bestäubung zu gewährleisten.

Only strong bumblebees and the sturdy carpenter bees (see figure below) can squeeze into the flower to ensure pollination.

Das Akanthusblatt fand seit jeher Eingang in Kultur und Baukunst, sowohl in der Antike (griechische Tempel-Kapitelle) wie auch in die Ornamentik des Barocks.

The acanthus leaf has always found its way into culture and architecture, both in antiquity (Greek temple capitals) and in baroque ornamentation.

Klassisches Beispiel ist der Akanthus-Altar von J.C.Windsich in Reuth. /Abb.u. gemeinfrei)

A classic example is the acanthus altar by J.C. Windsich in Reuth. / Fig.down: public domain)

Juni • June: Großes Zweiblatt (Listera ovata)Common twayblade

Als Blume des Monats habe ich mich dieses Mal für das Große Zweiblatt entschieden. Obwohl es bis zu einem halben Meter hoch werden kann, zählt es zu den unscheinbarsten heimischen Orchideen.

As Flower of the Month I have chosen the Common Twayblade this time. Although it can grow up to half a meter high, it is one of the most inconspicuous native orchids.

Lichte Laub- und Auwälder mit Unterwuchs sind der bevorzugte Standort, allerdings kann man es manchmal auch auf Wiesen, Niedermooren und sogar in Magerrasen antreffen. Blütezeit ist von Mai bis Juli, die Hochblüte fällt somit in den Juni.

Light deciduous and riparian forests with undergrowth are the preferred location, but you can sometimes find them on meadows, peat bogs and even in poor grasslands. Flowering is from May to July, so the heyday is in June.

Zwei Exemplare mit Blütenknospen

Seinen deutschen Namen verdankt es den beiden gegenständigen, eiförmigen Blättern. Der lateinische Gattungsname ehrt den englischen Arzt und Botaniker Martin Lister (1638-1711), „ovatus“ leitet sich von „ovum“ (lat: Ei) ab.

It owes its German name to the two opposite egg-shaped leaves. The Latin generic name honors the English doctor and botanist Martin Lister (1638-1711), „ovatus“ is derived from „ovum“ (lat: egg).

Klebrige Drüsenhaare am Blütenstiel wehren unerwünschte Gäste ab.

Bis zu 40 Blüten kann man am steil aufragenden Schaft zählen. Auch wenn das Große Zweiblatt für uns Zweibeiner ein ausgesprochenes „Schattendasein“ führt, für Schlupfwespen & Co ist es attraktiv.

Up to 40 flowers can be counted on the steeply rising stem. Even if the Common Twayblade leads a shadowy existence for us humans, for example it is attractive for parasitic wasps.

Am Lippengrund wird Nektar abgesondert, der in der Mitte der Lippe in einer Rinne nach unten sickert. Die Unterlippe selbst dient als Landebahn.

At the base of the lip, nectar is secreted, which seeps down in a groove in the middle of the lip. The lower lip itself serves as an airstrip.

Die Schlupfwespe „schlürft“ sich dann nach oben, bis sie schließlich das Rostellum berührt. Augenblicklich quillt aus diesem ein „Leimtropfen“ hervor, der die Pollinien am Kopf der Besucherin befestigt. Da die Pollinien oberhalb des Rostellums liegen, die Narbe aber deutlich darunter, ist Selbstbestäubung (Autogamie) kaum möglich, eher schon Nachbarbestäubung (Geitogamie). Gefragt ist aber ohnehin Fremdbestäubung (Allogamie), wenn die Wespe die Pollenpakete an einer Narbe eines „fremden“ Zweiblattes deponiert.

The parasitic wasp then “sips” upwards until it finally touches the rustellum. Immediately a „drop of glue“ oozes out of it, which attaches the pollinia to the head of the visitor. Since the pollinia lie above the Rostellum, but the scar is significantly below, self-pollination (autogamy) is hardly possible, rather neighboring pollination (geitogamy). In any case, cross-pollination (allogamy) is required if the wasp deposits the pollen packets on a scar from a „foreign“ Common Twayblade.    

Aus den Fruchtknoten entwickeln sich Kapseln, die Tausende winzige Samen entalten, die vom Wind verbreitet werden.

Capsules develop from the ovaries and contain thousands of tiny seeds that are spread by the wind.

Mai: Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Das lateinische Wort „convalla“ bedeutet „Talkessel“, majalis bezieht sich sowohl auf die Erdgöttin Maja wie auch auf den Blühtermin im Mai. Im Englischen wird das Maiglöckchen liebevoll „Lily of the Valley“ genannt.

Im dichten „Blätterwald“ müssen die Blütentrauben jede freie Lücke nützen um aufzufallen, ihr wirksames Lockmittel aber ist ohnehin der betörend süßliche Duft, den sie verströmen. Bei dem Parfum handelt es sich um den aromatischen Kohlenwasserstoff Bourgeonal.

Interessantes Detail am Rande: Bourgeonal wirkt auf menschliche Spermien ähnlich stimulierend wie das Hormon Progesteron.

Aus jeweils einem Trieb mit zwei parallelnervigen Blättern entspringt eine Traube mit etwa einem Dutzend schneeweißer Blüten, deren Perigonblätter zu einer Glocke verwachsen sind. So ist das Innere der Blüte vor Regen und Nässe geschützt.

Als Liliengewächs ist die Blüte nach der Zahl 6 aufgebaut. Die Staubbeutel bilden einen so genannten Streukegel und öffnen sich seitlich. Bei Erschütterungen rieselt Pollen auf die Besucher hearb. Es gibt zwar keine Nektardrüsen, aber die karminroten Farbmale signalisieren, dass ein „Saftgewebe“ zum Anstechen den Besuch lohnt. Es liegt Vormännigkeit (Protanderie) vor, das heißt, erst wenn die Staubbeutel entleert sind, wird die Narbe belegfähig.

Anmut und verführerischer Duft dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Maiglöckchen in allen Teilen giftig ist, besonders Blüten und Früchte – erbsengroße, knallrote Beeren. Der Hauptwirkstoff, das Convallatoxin, ist ein Herzglycosid und führt bei einer Überdosis zu lebensbedrohendem Kammerflimmern. Gegenüber dem Digitalin des Fingerhutes weisen Convallaria-Präparate bei der Behandlung von Herzinsuffizienz (allgemeine Herzschwäche) einen Vorteil auf: die Wirkstoffe werden im Körper vollständig abgebaut. Vergiftungsgefahr besteht vor allem wegen der Verwechslung das Maiglöckchens mit dem Bärlauch (Allium ursinum), Abb. u.

Unterscheidungsmerkmal: Die Blätter des Bärlauchs riechen beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch.

April: Scharbockskraut (Ficaria verna)

Zeitig im Frühjahr ist es zur Stelle: das Scharbockskraut. Solange es nicht blüht, kann man die Blätter in Maßen bedenkenlos als Salatbeigabe nützen, danach ist es wegen der Anreicherung von Protoanemonin nicht mehr ratsam. Die Bezeichnung Scharbock leitet sich von der Skorbut ab, einer Vitamin-Mangelerkrankung. Die Blätter enthalten nämlich Vitamin C und wurden wohl als Gegenmittel verzehrt.

Wegen seiner glänzenden Blütensterne nennt man das Scharbockskraut in der Schweiz auch Glitzerli. Für die Blütenfarbe sind Carotine verantwortlich.

Der innere Blütenbereich reflektiert kein UV-Licht und dient den Bestäubern als Wegweiser zum Nektar.

Als Speicherorgane dienen Wurzelknollen, die aussehen wie kleine Feigen, darauf bezieht sich der lateinische Gattunsname Ficaria (ficus = Feige) wie auch der andere deutsche Name Feigwurz. Die gespeicherte Stärke kann mit Jod unter Blaufärbung nachgewiesen werden (s.u.).

Man unterscheidet zwei Unterarten: Während die südeuropäische Art dioploid (=doppelter Chromosomensatz) vorliegt und sich über Samen verbreitet, geht die mitteleuropäische, tetraploide (=vierfach) Sippe einen anderen Weg: Sie produziert in den Blattachseln Brutknöllchen ( so genannte Bulbillen), die später abfallen und als Klone zu neuen Pflanzen heranwachsen.

In der Regel findet man pro Blattschsel eine Bulbille. Hier sind es zwei, die aus Platzmangel die Blattscheide gesprengt haben.

März: Kornelkirsche (Cornus mas)

Noch vor einem Monat waren an der Kornelkirsche lediglich die winterharten Knospen zu beobachten, jetzt – Anfang März summt es schon ordentlich im Baum, denn die geöffneten Blütenbüschel locken meine Bienen zuhauf an.

Der deutsche Büchername ist Gelber Hartriegel. Der lateinische Name könnte mit „männlicher Hornstrauch“ übersetzt werden, ein Hinweis auf die Beschaffenheit des Holzes. Es ist das härteste Holz, das in Europa wächst. Der nächste Verwandte ist der Rote Hartriegel. Weil sein Holz aber weicher ist, galt er als „weiblich“, während die Kornelkirsche eben den Beinamen „mas“ (lat.: männlich) erhielt. Alexander der Große verwendete im Kampf gegen die Perser übrigens Lanzen aus Dirndlholz – und siegte!

Die kleinen, unscheinbaren Blüten sind vierzählig, und bieten den summenden Besuchern nach den langen Winterwochen als eine der ersten Frühlingsboten Pollen und Nektar an.

Im Herbst sind es dann andere Besucher, die zu Tische geladen werden. Das niederösterreichische Pielachtal ist berühmt für seinen Reichtum an Kornelkirschen, im „Dirndltal“ zählt man an die 11.000 Sträucher! Alles Mögliche wird aus ihnen zubereitet: Marmelade, Saft, Wein, Likör, Schnaps bis hin zu den „Pielachtaler Oliven“.

So richtig genießbar werden die Dirndln aber erst nach den ersten Frostnächten!

Februar: Zaubernuss (Hamamelis x intermedia)

Die Zaubernuss fühlt sich als Zierstrauch in unseren Gärten wohl und öffnet oft schon im Winter ihre Blüten. Das X im lateinischen Namen zeigt an, dass es sich um eine Zuchtform, also einen Hybriden handelt.

Es gibt eine Reihe von Zuchtsorten, die Farbpalette der Kronblätter reicht von hellgelb bis karminrot.

Die Blüten sind vierzählig, die Kelchblätter sind eiförmig-rund, die Kronblätter bandförmig. Neben den vier deutlich sichtbaren Staubblättern gibt es noch vier weitere, die aber klein und unscheinbar sind und Nektar produzieren. Sie werden als Staminodien bezeichnet.

Den Sommer über reifen trockenschalige Kapselfrüchte heran, die beim Aufspringen je 2 Samen freisetzen (siehe unten). Im Herbst hat die Zaubernuss ihren zweiten Auftritt, wenn die Blattfärbung einsetzt.

Jänner: Stechpalme (Ilex aquifolium)

Knallrot leuchten die Beeren aus dem wintergrünen Laub der Stechpalme. Die Farbe dient in zweierlei Weise der Warnung. Lass mich in Ruhe, sonst stech ich dich! Und außerdem: Alles an mir ist giftig, also Hände weg von mir!

Dem aufmerksamen Beobachter allerdings entgeht nicht, dass die Laubblätter ab einer gewissen Höhe keine wehrhaften Dornen mehr tragen. Das leuchtet ein, denn dahin gelangen keine Fressfeinde mehr. Man nennt diese Zweigestaltigkeit der Blätter Heterophyllie.

So auffallend die Beeren sind, die Blüten werden meist übersehen.

Selbst das skelettierte Blatt greift man besser nicht an. Kein Wunder, dass sich in kriegerischen Zeiten die Leute früher in „Stechlaubwäldern“ in Sicherheit gebracht haben. Hast du gewusst, dass Hollywood seinen Namen der Stechpalme verdankt? Der Angloamerikaner nennt die Stechpalme nämlich „holly“.

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