Unterhaltsam – wenn auch nicht ganz ernst zu nehmen . . .
Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)
Was sagt der Fuchs?
Viele wissen, dass Digitalis die Quelle des starken Medikaments Digoxin ist, das zur Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt wird. Die medizinischen Eigenschaften von Digitalis wurden erstmals 1785 entdeckt.
Es gibt zahlreiche Fingerhutarten. Die häufigste, D. purpurea, ist in den gemäßigten Zonen Europas heimisch. Das Wort „Digitalis“ bedeutet „fingerartig“. Sie wurden Fingerblumen genannt, weil sie „wie die Finger eines Handschuhs aussehen, dessen Spitzen abgeschnitten sind“.
In England heißt der Fingerhut „foxglove“, was am besten mit Fuchs-Handschuh übersetzt werden kann
Leider wird von Etymologen keine einzige Erklärung akzeptiert. Tatsächlich nehmen sie die Sache ziemlich ernst. Der Titel des Artikels „Etymologen im Krieg mit einer Blume“ beschreibt treffend die Leidenschaft der Debatte.
Ungeachtet dessen gibt es unzählige Geschichten. Eine besonders ansprechende erzählt von einer Fee, welche nichts Gutes im Schilde führte. Sie gab die Blüten dem Fuchs, damit er sie sich an die Zehen stecken konnte:
Es war einmal vor vielen Jahren ein Rotfuchs, der ständig nach Möglichkeiten suchte, ein Huhn in Bauer Browns Hühnerstall zu fangen. Jedes Mal, wenn er es versuchte, hörten ihn die Hühner und begannen laut zu gackern. Sofort kam Bauer Brown mit seiner Schrotflinte nach draußen, bereit, jedes Tier zu erschießen, das sich seinen Vögeln näherte. Der Fuchs war so entmutigt. Er wollte unbedingt ein Huhn stehlen. Ihm lief schon das Wasser im Mund zusammen, wenn er nur daran dachte, eines zu verspeisen. Eines Tages, als der Fuchs im Gras lag und darüber jammerte, dass er kein Huhn fangen konnte, kam eine schelmische Fee auf ihn zu und fragte: „Was ist denn los mit dir?“ Der Fuchs antwortete: „Ich möchte ein Huhn fangen, aber die Hühner hören mich ständig und machen so einen Lärm, dass Bauer Braun angerannt kommt, um nachzusehen, was sie stört.“ Die Fee lächelte und sagte: „Ich kenne einen Trick, wie du die Hühner fangen kannst, ohne dass sie dich hören. Siehst du die Pflanze im Garten? Sie heißt Fingerhut. Zupf vier Blüten ab und steck sie dir an die Füße. Trag sie, wenn du das nächste Mal ein Huhn fangen willst.“ Am Abend, als es dunkel wurde, steckte sich der Fuchs die vier Blüten an die Füße und schlich vorsichtig und leise zum Hühnerstall. Er schlüpfte hinein und stahl ein Huhn. Er rannte den ganzen Weg zurück zu seinem Bau, ohne dass eines der Hühner einen Laut von sich gab.

